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Recovery Psychology

Das Pink-Cloud-Syndrom: Warum die Euphorie der frühen Nüchternheit verfliegt (und wie man trotzdem nüchtern bleibt)

Trifoil Trailblazer
4 Min. Lesezeit

Sie haben vor einer Woche aufgehört zu trinken, vielleicht vor zwei. Und Sie fühlen sich... unglaublich.

Sie haben Elend, Verlangen und Düsternis erwartet. Stattdessen wachen Sie mit grenzenloser Energie auf. Die Welt sieht schärfer aus. Sie empfinden ein tiefes Gefühl von Dankbarkeit und Freude, das an Spiritualität grenzt. Sie denken: "Ich bin geheilt! Ich hätte das schon vor Jahren tun sollen. Das ist einfach!"

Willkommen auf der Rosa Wolke (Pink Cloud).

Es ist eine der schönsten Phasen der Genesung. Es ist auch eine der gefährlichsten.

Das Pink-Cloud-Syndrom Erfahrung

Was ist die Rosa Wolke?

Die "Pink Cloud" ist ein Begriff aus Genesungskreisen (speziell AA), um die Phase der Euphorie und Selbstüberschätzung zu beschreiben, die oft in der frühen Nüchternheit auftritt. Sie beginnt typischerweise, nachdem die anfänglichen akuten Entzugserscheinungen nachgelassen haben – meist um Tag 7 bis Tag 14.

Physiologisch erholt sich Ihr Körper endlich von der dämpfenden Wirkung des Alkohols. Ihr Nervensystem, das übererregt war, um gegen die sedierende Wirkung des Alkohols anzukämpfen, läuft immer noch auf Hochtouren, aber jetzt ist das Sedativum weg. Ihr Gehirn beginnt auch, die Dopaminproduktion neu zu regulieren.

Psychologisch erleben Sie die massive Erleichterung, aus dem Hamsterrad der Sucht ausgestiegen zu sein. Sie sind stolz auf sich. Sie haben zum ersten Mal seit langem wieder Hoffnung.

Warum sie gefährlich ist

Nüchternheit zu genießen ist wunderbar. Das Problem ist nicht das Glück; das Problem ist die Loslösung von der Realität.

Wenn Sie auf der Rosa Wolke sind, könnten Sie anfangen zu glauben:

  1. "Ich bin geheilt." (Sind Sie nicht. Sie üben nur Verzicht.)
  2. "Ich muss die Arbeit nicht machen." (Sie hören auf, zu Treffen zu gehen, Tagebuch zu führen oder Ihren Nüchternheits-Tracker zu benutzen.)
  3. "Ich kann damit umgehen, in der Nähe von Alkohol zu sein." (Sie gehen vielleicht leichtsinnig in eine Bar, weil Sie sich "stark" fühlen.)

Die Rosa Wolke erzeugt eine falsche Erwartung, dass sich Nüchternheit immer so gut anfühlen wird. Aber das Leben passiert trotzdem. Sie werden immer noch schlechte Tage, Stress und Langeweile haben.

Der Absturz: Wenn sich die Wolke auflöst

Schließlich lichtet sich die Wolke. Dies fällt oft mit dem Beginn von PAWS (Post-Akutes Entzugssyndrom) zusammen.

Die Realität kehrt zurück. Die Langeweile setzt ein. Der anfängliche Applaus von Freunden und Familie verhallt. Sie sind einfach nur... Sie. Und Sie müssen sich immer noch mit den Problemen auseinandersetzen, denen Sie durch das Trinken entkommen wollten.

Dies ist die Rückfall-Gefahrenzone. Viele Menschen werden nicht rückfällig, wenn sie in den ersten Tagen leiden, sondern wenn sie enttäuscht sind, dass das "Hoch" der Nüchternheit nachgelassen hat. Sie denken: "Wenn das alles ist, kann ich genauso gut trinken."

Wie man die Landung überlebt

Sie müssen nicht abstürzen. Sie können auf ein solides Fundament gleiten. Hier ist, wie man mit der Rosa Wolke umgeht:

1. Genießen Sie es, aber trauen Sie ihm nicht

Reiten Sie auf der Welle. Nutzen Sie diese zusätzliche Energie, um Ihr Haus zu putzen, Sport zu treiben oder ein Projekt zu starten. Aber erinnern Sie sich täglich daran: "Das ist eine Phase. Meine Stimmung wird sich einpendeln. Und das ist okay."

2. Bauen Sie Ihren Schutzraum, solange die Sonne scheint

Es ist einfach, nüchtern zu bleiben, wenn Sie sich großartig fühlen. Es ist schwer, wenn Sie sich wie Müll fühlen. Nutzen Sie Ihre Pink-Cloud-Energie, um die Gewohnheiten aufzubauen, die Sie retten werden, wenn der Sturm kommt:

  • Etablieren Sie eine strikte Morgenroutine.
  • Suchen Sie sich einen Therapeuten oder eine Selbsthilfegruppe.
  • Entfernen Sie allen Alkohol aus Ihrem Zuhause.
  • Laden Sie eine Nüchternheits-App (wie Sober Tracker) herunter, um Ihre Tage zu protokollieren.

3. Erwarten Sie "Die Mauer"

Wissen Sie, dass ein Tief kommen wird. Wenn Sie an Tag 40 aufwachen und sich flach, ängstlich oder gelangweilt fühlen, geraten Sie nicht in Panik. Schließen Sie nicht daraus, dass "Nüchternheit nicht funktioniert". Dies ist nur die nächste Phase der Heilung. Es ist kein Signal zu trinken; es ist ein Signal, durchzuhalten.

Fazit: Boden unter den Füßen ist besser als rosa Wolken

Wolken sind flauschig und hübsch, aber man kann kein Haus darauf bauen.

Echte emotionale Stabilität – die Art, die durch gute und schlechte Tage besteht – ist unendlich viel mehr wert als ein vorübergehendes Hoch. Das Ziel der Nüchternheit ist nicht, sich 24/7 ekstatisch zu fühlen; es ist, sich fähig zu fühlen, das Leben so zu nehmen, wie es ist.

Also, wenn Sie gerade auf der Rosa Wolke sind, genießen Sie es. Aber halten Sie Ihren Fallschirm bereit. Die wahre Reise beginnt, wenn Ihre Füße den Boden berühren.

Beginne heute deine Nüchternheitsreise

Lade Sober Tracker herunter und übernimm die Kontrolle über deinen Weg in ein alkoholfreies Leben.

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